04.04.2019

Friedrichsberger Straße wird nicht sicherer: Innenbehörde lehnt Tempo 30 vor Kindergarten zum dritten Mal ab

Alexander Kleinow (SPD, links) und Christoph Reiffert GRÜNE) an der Kita Frieberg in der Friedrichsberger Straße

Wieder nichts mit Tempo 30 an der Friedrichsberger Straße: Die Innenbehörde lehnt im Schulterschluss mit Verkehrsbehörde und HVV ab, vor der Kita Frieberg endlich Tempo 30 einzuführen. Diesen Antrag hatte der für Barmbek zuständige Regionalausschuss in seiner Februar-Sitzung einstimmig auf Initiative von GRÜNEN und SPD beschlossen. Es war nach 2009 und 2012 der dritte Versuch, Tempo 30 einzuführen.

Auch der Elternrat der Grundschule Adolph-Schönfelder-Schule hat sich positioniert und sich klar für Tempo 30 vor der Schule und der Kita Frieberg ausgesprochen. Der Stadtteilrat Barmbek-Süd unterstützt die Einführung von Tempo 30 seit einigen Jahren.

Dazu Alexander Kleinow, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion:

„Es ist bemerkenswert, mit welch haarsträubenden Argumenten die Behörden an der Tempo-50-Regelung festhalten. Die Verkehrsbehörde argumentiert damit, dass Tempo 30 auf läppischen 150 Me-tern in der Friedrichsberger Straße den voraussichtlichen Einsatz eines weiteren Busses erfordern würde und quasi der gesamte Fahrplan des Hamburger Schnellbahnnetzes gestört werde, weil Anschlüsse nicht mehr erreicht werden könnten. Belege bleibt sie aber schuldig. Und Fahrpläne kann man auch ändern.

Dabei ist Tempo 30 offenbar möglich, wenn sich nur die richtigen Menschen dafür einsetzen. In Altona wurde Tempo 30 in der Harkortstraße zunächst auch abgelehnt. Erst nach massiven Protesten der An-wohnerinnen und Anwohner schaltete sich SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf in die Sache ein und plötzlich war Tempo 30 trotz Busverkehr kein Problem. Es darf nicht sein, dass die Innenbehörde nur auf massiven Druck hin handelt. Wir bleiben dabei, dass die Sicherheit für Kinder vorgeht!“

Dazu Christoph Reiffert, GRÜNER Sprecher für Barmbek:

„Die Polizei führt in dieser Woche gerade Aktionen gegen ‚Elterntaxis‘ an Hamburger Schulen durch. Das Ziel ist: Kinder sollen selbst zur Schule gehen und nicht mit dem Auto gebracht werden. Das sehen die Eltern der Adolph-Schönfelder-Schule auch so. Sie müssen aber auch Vertrauen in die Sicherheit des Schulwegs haben. Tempo 50 vor Schulen und Kitas ist das Gegenteil von sicher. Die Sorgen der Eltern sollten erst genommen werden, die Innenbehörde macht jedoch genau das Gegenteil.

Mich bestürzt vor allem die in der Ablehnung von Tempo 30 genannte hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von sogar über 50 km/h auf der Friedrichsberger Straße. Das belegt doch klar, dass dort oft viel zu schnell gefahren wird, denn bei einem Durchschnitt von 53 km/h muss es eine ganze Reihe von Raser*innen geben.

Mir erschließt sich absolut nicht, warum Innen- und Verkehrsbehörde hier geradezu verzweifelt an Tempo 50 festhalten. Wir werden nicht nachlassen, bis wir diese antiquierte Haltung durchbrochen haben.“

Der Elternrat der Adolph-Schönfelder-Schule hat bereits angekündigt, dass es Demonstrationen für Tempo 30 geben soll. SPD- und GRÜNE Fraktion in Barmbek unterstützen dies ausdrücklich.

Hintergrund

Die Friedrichsberger Straße in Barmbek-Süd verbindet Wandsbek mit Barmbek. Entlang der Straße befinden sich Schulen und Kindergärten. Seit 10 Jahren besteht der Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner, dass vor KiTa und Schulen an der Friedrichsberger Straße Tempo 30 gelten soll. Eine Änderung der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2017 ließ Hoffnung aufkommen, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit wenigstens streckenweise vor diesen sensiblen Einrichtungen wie der KiTa Frieberg und der Adolph-Schönfelder-Grundschule möglich wäre.

 

Pressemitteilung als pdf

Antrag und ablehnende Antwort zu Tempo 30

Foto:  A. Kleinow (SPD, links) und Chr. Reiffert GRÜNE) an der Kita Frieberg in der Friedrichsberger Straße (Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord):

Fotos sind bei Nennung der Urheberin kostenfrei verwendbar.

 

 



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