BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Hamburg‑Nord

GAL-Antrag: Straßenbenennung ehem. AK Eilbek; hier: Elfriede Lohse-Wächtler Straße

  an
Ortsausschuss Barmbek-Uhlenhorst ANTRAG
Betr.: Straßenbenennung Barmbek-Süd 12 (ehem. AK Eilbek)
hier: Elfriede Lohse-Wächtler Straße Im Bezirk Hamburg-Nord ist es seit vielen Jahren Usus, neue angelegte Straßen nach Frauen zu benennen, die durch das NS-Regime ermordet oder verfolgt wurden. Die beiden Planstraßen auf dem Gelände des AK Eilbek sollen diese beiden Kriterien (Verfolgte des Nationalsozialismus und Frau) entsprechen. Eine dieser Straßen sollte im Bezug zur Örtlichkeit stehen. Dies vorausgeschickt, möge der Ortsausschuss beschließen:
    Die Planstraße 2 wird nach Elfriede Lohse-Wächtler benannt. Begründung: Die Künstlerin Elfriede Wächtler wurde 1899 in Dresden geboren und besuchte dort gegen den Willen ihrer Eltern die Kunstgewerbeschule und verließ bereits mit 17 Jahren das Elternhaus. Sie trug Männerkleidung, rauchte Pfeife und nannte sich Nikolaus. Die Ehe mit dem Künstler Kurt Lohse war unglücklich, er beutete sie aus. Dennoch folgt sie ihrem Mann nach Hamburg, wo sie Zeichnungen aus dem "Halbwelt- und Kneipen-Milieu" schuf.
1929 zweimonatiger Aufenthalt wg. Nervosität und Verfolgungswahn in der Psychiatrie Friedrichsberg. Nach dem Vorbild Otto Dix' fertigt sie hier die von Kritikern gelobten "Friedrichsberger Köpfe".
Nach ihrem Aufenthalt kommt sie "draußen" nicht mehr zurecht, sie kehrt zurück in ihr Elternhaus. 1931 wird sie erneut, diesmal dauerhaft, in die Psychiatrie eingewiesen.
1935 folgt die Scheidung, die staatliche Entmündigung und die Zwangssterilisation. Am 31.7.1940 wurde Elfriede Lohse-Wächtler in der Anstalt Pirna-Sonnenstein vergast. Elfriede Lohse-Wächtler zerbrach an den Widerständen gegen ihren Versuch aus dem zeittypischen Rollenverhalten auszuscheren. "Ihr Name steht heute für ein herausragendes künstlerisches Werk – aber auch für 120.000 psychisch kranke und behinderte Menschen, die von den Nazis ermordet wurden." (Michael Freitag).
Im Herbst 2004 wurde sie durch das AK Eilbek geehrt, indem der Rosengarten nach der ehemalige "Insassin der Irrenanstalt Friedrichsberg" benannt wurde. Da diese Ehrung aber weitestgehend im Verborgenen blüht, erscheint eine  Straßenbenennung nach Elfriede Lohse-Wächtler im Plangebiet Barmbek-Süd / AK Eilbek angebracht. Eva Gümbel
Elke Groenewold

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