Pressemitteilung

Goldbekhaus: Planungsstopp ohne Ankündigung – Neuplanung auch ohne Betreiberin?

05.11.2026

Fraktion

Der Planungsstopp beim Goldbekhaus erfolgte ohne Information der Betroffenen. Das wird aus der Antwort des Bezirksamts Hamburg-Nord auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN zum geplanten Neubau der Veranstaltungshalle des Goldbekhauses deutlich. Wie die Betreiberin des Kulturzentrums in die angekündigte Neuplanung einbezogen wird, ist derzeit unklar. 

Der Planungsstopp wurde bereits am 13. August 2026 vom Bezirksamt Hamburg-Nord, der Sprinkenhof und der Finanzbehörde beschlossen – ohne Einbindung des Goldbekhauses selbst. Dessen Geschäftsführung wurde erst am 18. August, fünf Tage später, über diesen Planungsstopp informiert.

Isabel Permien, kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion Hamburg-Nord: „Es ist absolut unverständlich, dass die Geschäftsführung des Goldbekhauses in die Entscheidung zum Planungsstopp nicht involviert war, sondern erst fünf Tage danach informiert wurde. Das Goldbekhaus ist kein x-beliebiges Bauprojekt, sondern ein lebendiger Kulturort, der seine Angebote, Veranstaltungen und Kooperationen langfristig planen muss.
Wer eine so weitreichende Entscheidung trifft, muss die Menschen, die diesen Ort mit großem Engagement betreiben, frühzeitig und wertschätzend einbeziehen – und darf sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen.“

Auch bei der weiteren Planung bleibt noch vieles unklar. Wie das Bezirksamt bestätigt, soll das Goldbekhaus weiterhin eine neue, zeitgemäße Veranstaltungshalle erhalten. Aber wie die weitere Planung konkret aussehen soll und vor allem, wie das Goldbekhaus daran beteiligt wird, steht noch nicht fest. Aktuell ist das Bezirksamt nur mit der Sprinkenhof im Austausch – nicht aber mit dem Goldbekhaus als Betreiberin der Stadtteilkultureinrichtung.
Besonders kritisch sehen die GRÜNEN, dass die Antwort des Bezirksamts keine konkreten Aussagen dazu enthält, wie die Geschäftsführung in die weitere Planung eingebunden werden soll. Auf die Frage danach verweist das Bezirksamt lediglich darauf, dass die Überlegungen hierzu noch nicht abgeschlossen seien. Bisher finden die Gespräche zwischen Bezirksamt und Sprinkenhof der Antwort auf die Anfrage zufolge ohne Einbeziehung des Goldbekhauses statt.

Permien weiter:

„Ich begrüße, dass weiterhin die Absicht besteht, die Mängel an den Gebäuden des Kulturzentrums Goldbekhaus zu beheben. Das Goldbekhaus muss nun aber von Anfang an und regelmäßig in den neuen Planungsprozess einbezogen werden. Das gebietet nicht nur der Respekt vor dem Engagement der Aktiven dort, sondern auch schlicht wirtschaftliche Vernunft.
Das Goldbekhaus hatte bisher seine Programmideen und Interimslösungen für den Veranstaltungsbetrieb sowie die Gastronomie auf einen Baubeginn im Jahr 2028 ausgerichtet und muss sich nun neu orientieren. Das birgt auch wirtschaftliche Risiken. Das gelingt aber nur, wenn die Planungsbeteiligten Bezirksamt, Sprinkenhof und Finanzbehörde mit offenen Karten spielen und den engen Austausch suchen.“

Hintergrund

Die bisherige Planung für den Ersatzneubau ist nach Angaben des Bezirksamts aufgrund massiver Kostensteigerungen beendet. Stattdessen soll eine Machbarkeitsstudie günstigere und kleinere Bauvarianten untersuchen. Einen neuen Zeitplan gibt es jedoch noch nicht. Zudem bestätigt das Bezirksamt, dass durch den Planungsstopp die bereits vom Bundestag im Jahre 2021 genehmigten drei Mio. Euro Bundesförderung verloren gehen.

Die GRÜNE Fraktion in Hamburg-Nord stellt nun eine weitere Kleine Anfrage nach den bereits in Rechnung gestellten Kosten für die gestoppte Planung des Ersatzneubaus.

Anlage

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Isabel Permien (©Henning Angerer)

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Eike Dudwiesus

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