Pressemitteilung
GRÜNE schockiert: SPD, CDU und FDP machen Weg frei für sofortige Fällung der Sumpfzypressen
Vier rund 50 Jahre alte und vitale Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Hamburger Stadtpark können Anfang Oktober gefällt werden. So hat es die Koalition aus SPD, CDU und FDP gestern entschieden. Sie hatte einen Antrag der GRÜNEN Fraktion abgelehnt, mit dem die Bäume zunächst erhalten und erst einmal Alternativen zur Fällung geprüft werden sollten. Damit können die Fällungen nun wie vom Bezirksamt vorgesehen umgehend erfolgen.
Daniela Clément, GRÜNE Fraktionsvorsitzende: „Hier werden vier große, gesunde Bäume gefällt, obwohl mögliche Alternativen nicht ausreichend geprüft wurden. Das können wir nicht nachvollziehen. Niemand bestreitet, dass Stolperstellen beseitigt werden müssen. Aber daraus folgt doch nicht automatisch, dass 50 Jahre alte Bäume weg müssen.“
Die GRÜNE Fraktion hatte vorgeschlagen, andere Möglichkeiten zur Beseitigung der Stolpergefahr durch die Luftwurzeln zu prüfen. Denkbar wären beispielsweise eine andere Wegeführung, bauliche Lösungen über den Wurzelbereichen oder die Sperrung einzelner Flächen.
Besonders kritisch sieht die Fraktion, dass solche Alternativen bislang nicht umfassend geprüft wurden. In Antworten des Bezirksamtes auf Kleine Anfragen der GRÜNEN wurden keine entsprechenden Gutachten oder systematischen Untersuchungen zu möglichen Alternativen benannt.
Gegen die geplanten Fällungen hatte es in den vergangenen Wochen erheblichen Protest gegeben. Mehr als 50 Eingaben erreichten den Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude. Auch eine Onlinepetition setzte sich für den Erhalt der Sumpfzypressen ein.
Die Koalition aus SPD, CDU und FDP folgte dennoch der Argumentation des Bezirksamtes. Dieses verweist auf die Verkehrssicherheit und auf Vorgaben des Denkmalschutzes. Die Sumpfzypressen entsprächen demnach nicht dem historischen Erscheinungsbild der Liebesinsel und sollen langfristig durch andere Baumarten ersetzt werden.
Clément weiter: „Dass so viele Bürgerinnen und Bürger konkrete Vorschläge gemacht haben und trotzdem keine echte Prüfung dieser Möglichkeiten erfolgt ist, macht die Entscheidung besonders enttäuschend. Ein Steg, eine veränderte Wegeführung oder notfalls eine abgesperrte Fläche wären zumindest prüfenswert gewesen. Stattdessen fällt man nun diese vollkommen übereilte Entscheidung.“
Die vier Sumpfzypressen sind Teil eines Bestands, der das Erscheinungsbild der Liebesinsel seit Jahrzehnten prägt. Auch die übrigen Sumpfzypressen sollten laut Denkmalschutzamt gefällt werden, um die historische Anmutung der Insel wiederherzustellen.
„Für uns ist deshalb mit diesen vier Bäumen nicht Schluss. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die verbliebenen Sumpfzypressen erhalten werden und nicht Stück für Stück dasselbe Schicksal erleiden“, sagt Daniela Clément.
Anlage
- Abgelehnter Antrag: Keine unnötigen Baumfällungen auf der Liebesinsel!
- Kleine Anfrage.: Fällung von Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Stadtpark
- Kleine Anfrage II.: Fällung von Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Stadtpark
- Foto: (©Reiffert/GRÜNE Fraktion)
- Thorsten Schmidt (GRÜNER Sprecher für Winterhude) am Stadtparksee. Im Hintergrund die Sumpfzypressen auf der Liebesinsel
- Sumpfzypressen auf der Liebesinsel
Fotos sind kostenfrei verwendbar bei Nennung der Urheberin und im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die GRÜNEN.


Sumpfzypressen auf der Liebesinsel
Thorsten Schmidt (GRÜNER Sprecher für Winterhude) am Stadtparksee. Im Hintergrund die Sumpfzypressen auf der Liebesinsel
Daniela Clément (©Henning Angerer)
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