Pressemitteilung

Hamburg-Nord fit machen für Hitze und Regen: Klimaanpassungskonzept (KLAK) beschlossen!

04.09.2026

Fraktion

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschloss in ihrer vergangenen Sitzung mit großer Mehrheit das Klimaanpassungskonzept für den Bezirk. Damit verbunden ist das Bekenntnis, die dort gelisteten Maßnahmen umsetzen zu wollen. Außerdem stellt das Bezirksamt nun einen Förderantrag, um Bundesmittel für eine Stelle zur Umsetzung der Maßnahmen einzuwerben.
Die GRÜNEN unterstützen das Vorhaben des Bezirksamts in vollem Umfang und freuen sich, dass die dringend erforderliche Anpassung an die Klimakrise nun in gute Bahnen gelenkt wird. 

Christoph Reiffert, GRÜNER Sprecher für Klima: „Nach mehreren Jahren intensiver Arbeit steht nun fest: Hamburg-Nord intensiviert seine Bemühungen, die Stadt an die Klimakrise anzupassen. Die Hitzewochen und Starkregenfälle in diesem Jahr haben noch einmal mehr gezeigt: Die Klimakrise ist real, sie trifft auch uns im Bezirk, ganz direkt.

Das Bekenntnis der Bezirksversammlung, das von sechs der sieben Fraktionen getragen wurde, macht außerdem deutlich: Bei allen politischen Unterschieden, die wir haben, ist doch fast allen bewusst, welche Verantwortung wir tragen: Wir müssen besonders diejenigen schützen, die durch Hitze in Lebensgefahr sind.

Wir danken ausdrücklich dem Klimateam im Bezirksamt und den externen Büros, die uns eine gute Arbeitsgrundlage für die kommenden Jahre geliefert haben. Nun kommt es darauf an, dass wir bei allen laufenden Maßnahmen Klimaanpassung immer mitdenken – und zusätzlich dort nachbessern, wo es besonders viele Betroffene gibt. Wir GRÜNEN werden das gerade beschlossene Konzept nutzen, um mit wirkungsvollen Initiativen Nord fit zu machen für die Klima-Herausforderungen, die vor uns liegen.“

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Hintergrund

Die Stadt Hamburg hat 2025 eine Klimaanpassungsstrategie beschlossen, nach der jeder Bezirk ein eigenes Klimaanpassungskonzept erstellen soll. Für Hamburg-Nord wurde daraufhin gemeinsam mit den eigenen Fachbereichen und externen Expertinnen ein Konzept entwickelt, das die Folgen des Klimawandels, insbesondere Hitze und Starkregen, untersucht und konkrete Anpassungsmaßnahmen ableitet. Das Konzept untersucht die Klimarisiken in verschiedenen Bereichen des Bezirks und zeigt besonders betroffene Orte auf. Daraus wurden sechs Leitziele und 42 konkrete Maßnahmen entwickelt und priorisiert. Die Hälfte davon setzt auf natürliche Lösungen, zum Beispiel mehr Grün. Auch die Bevölkerung und weitere Akteurinnen waren an der Erarbeitung beteiligt.

Die sechs Leitziele sind:

  1. Sicherung der Lebensqualität im Bezirk durch Schutz vor Klimaextremen und Stärkung der Eigenvorsorge
  2. Förderung von klimarobusten und kühlen städtischen Räumen und Verkehrswegen
  3. Gestaltung von klimaangepassten Gebäuden und Außenanlagen
  4. Stärkung des Stadtgrüns und der Biodiversität zur Erhöhung der Resilienz gegenüber Klimawandelfolgen
  5. Verbesserung der Starkregenvorsorge, des naturnahen Wasserhaushalts und Schutz der Gewässer
  6. Verankerung und Verstetigung von Klimaanpassung im Verwaltungshandeln

Das Konzept gibt Hamburg-Nord damit einen klaren Plan für die kommenden Jahre. Es soll helfen, Schäden durch die Folgen des Klimawandels zu vermeiden und die Lebensqualität im Bezirk zu sichern. Welche Maßnahmen umgesetzt werden, hängt von verfügbaren finanziellen und personellen Mitteln ab.
Nach Beschluss des KLAK wird das Bezirksamt nun die Finanzierung der Fortführung der Klimaanpassungsstelle ab Juni 2027 für weitere drei Jahre beantragen.

Beispiele für konkrete Maßnahmen mit hoher Priorität:

  • Landschaftsplanung und Stadtentwicklung:
    LS5 Berücksichtigung der Klimaanpassung in planungsrechtlichen Verfahren durch Einführung eines Klima-Checks
  • Gesundheit, Soziales und Bevölkerungsschutz:
    GB1 Umsetzung baulicher Klimaanpassungsmaßnahmen in bezirklichen sozialen Einrichtungen
  • Bauwesen und Gebäude:
    BG1 NORD wird klimafest – klimaangepasste Privatgrundstücke und -gebäude (Aktivierung Privater)
  • Verkehrsinfrastruktur und Mobilität:
    VM1 Hitze- und Starkregenbelastung in öffentlichen Räumen reduzieren und Aufenthaltsqualität verbessern
  • Gewerbe und Wirtschaft:
    GW1 Klimaangepasster Gewerbepark Hamburg-Nord
  • Stadtgrün, Naturschutz und Bodenschutz:
    SN2 Neue Baumpflanzungen und Standortverbesserungen für Altbaumbestände im öffentlichen Raum
  • Wasserwirtschaft, Wasserhaushalt und Binnengewässer:
    WB1 Renaturierung von Gewässern zur Steigerung der Resilienz gegenüber Extremereignissen

Anlage

  • Klimaanpassungskonzept des Bezirksamtes Hamburg-Nord
  • Foto: Das Stadtgrün soll gestärkt werden – wie hier in der Hufnerstraße durch mehr Entsiegelung und indem Regenwasser nicht einfach abgeleitet wird, sondern der Bewässerung dient. (©Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord)
  • Foto: Christoph Reiffert (©Henning Angerer)

Das Stadtgrün soll gestärkt werden – wie hier in der Hufnerstraße durch mehr Entsiegelung und indem Regenwasser nicht einfach abgeleitet wird, sondern der Bewässerung dient. (©Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord)

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Eike Dudwiesus

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