Mehr als 25 Jahre nach seiner Ermordung durch rechtsradikale Skinheads ehrt der Bezirk-Hamburg-Nord nun das Opfer, den damals 26-jährigen Ramazan Avci. Der Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg beschloss in einem interfraktionellen Antrag einstimmig, einen Teil des Vorplatzes am S-Bahnhof Landwehr, dem damaligen Tatort, nach Ramazan Avci zu benennen.
Vorausgegangen war eine private Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci, die sich mit dem Bezirk und den Fraktionen in Verbindung gesetzt hatte, um ihre Vorstellungen zur Würdigung Avcis zu diskutieren. Nach einer Ortsbegehung und Gesprächen kamen die Fraktionen der Bezirksversammlung überein, dass
Außerdem finden derzeit Gespräche mit dem HVV statt, eine Ergänzung der Bushaltestelle um den Hinweis "Ramazan-Avci-Platz"vorzunehmen. Der HVV hat Unterstützung signalisiert. Die Gedenk-Initiative erklärte ebenfalls ihr Einverständnis.
Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der GAL-Fraktion Hamburg-Nord, begrüßt den interfraktionellen Beschluss: „Die Mordserie der neonazistischen NSU zeigt uns allen mit Schrecken, dass auch in jüngster Vergangenheit Menschen in diesem Land durch rassistisch und nationalistisch motivierte Gewalt sterben mussten. Es ist wichtig, dass wir die Erinnerung an die Opfer neonazistischer Gewalt wach halten und immer wieder neu eintreten für die Werte einer aufgeklärten und pluralistischen Gesellschaft.
Ich freue mich, dass wir mit der Initiative einen Weg gefunden haben, wie wir zügig ein Gedenken an Ramazan Avci umsetzen können. Ebenso erfreut es mich, dass alle Fraktionen dieses Vorhaben unterstützen. Wir wünschen uns, dass dieser Gedenkort Mahnung und Motivation zugleich ist, Farbe zu bekennen für Pluralismus, Demokratie und gegenseitigen Respekt!"
Die beschlossenen Schritte sollen nun umgehend umgesetzt werden. Die Eröffnung des Platzes soll zum 21.12.2012, dem 26. Jahrestag des Angriffs, stattfinden.
Hintergrund
Am 21.12.1986 wurde der in Hamburg lebende Türke Ramazan Avci Opfer eines rechtsextremistischen Angriffes.
Der zum Zeitpunkt 26-jährige wartete zusammen mit seinem Bruder und einem Freund an einer Bushaltestelle nahe der Gaststätte „Landwehr“ in Hamburg-Hohenfelde auf einen Bus, als eine Gruppe rechter jugendlicher Skinheads auf sie aufmerksam wurde. Nachdem es zu kleinen Tätlichkeiten gekommen war, bewaffneten die Skins sich mit Baseballschlägern und Axtstielen, woraufhin die drei Türken die Flucht ergriffen.
Während Avcis Bruder und der gemeinsame Freund entkamen, endete Ramazan Avcis Flucht, als er vor ein Auto geriet. Anschließend wurde er, noch unter dem Auto liegend, von den rechtsradikalen Jugendlichen so schwer geschlagen, dass er bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und dort drei Tage später starb, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Seinen Sohn, der wenige Tage später zur Welt kam, hat er nie kennenlernen können.
Pressemitteilung als pdf
Beschluss des Regionalausschusses
Lageplan
Foto Michael Werner-Boelz
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