In einem Antrag an den Stadtentwicklungsausschuss fordern die GRÜNEN, dass im geplanten Neubaugebiet in Groß Borstel die Voraussetzungen für autoarmes Wohnen geschaffen werden. Dies soll bereits bei der Veräußerung des städtischen Grundstücks des Kleingartenvereins Bahn-Landwirtschaft ebenso festgeschrieben werden wie durch einen städtebaulichen Vertrag mit dem privaten Eigentümer weiterer Flächen.
Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung wurde letzte Woche ein Gutachten zur Brückenverbindung für den motorisierten Individualverkehr des Neubaugebiets über die Tarpenbek zum Brödermannsweg vorgestellt. Auf Grund des zu überbrückenden Höhenunterschiedes waren sich Gutachter, Politiker und die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils einig, dass dies keine akzeptable Lösung darstellt.
"Die Anhörung im Stadtteil hat ergeben, dass zu Recht niemand solch eine Bausünde über den Tarpenbekwanderweg realisiert sehen möchte", erläutert Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der GRÜNEN Bezirksfraktion Nord. "Eine Brückenanbindung nur für Radfahrer und Fußgänger wird aber kommen. Die Realisierung von Autoarmem Wohnen könnte dafür sorgen, dass die Verkehrsbelastung im Quartier nicht übermäßig zunimmt und gleichzeitig die Kaufkraft im Stadtteil halten sowie die Infrastruktur zu beleben."
Als weitere Vorteile benennt Werner-Boelz, dass die gewünschte Realisierung von günstigem Wohnungsbau durch die verringerten Erschließungs- und Baukosten leichter sicherzustellen wäre. Zudem würde auch die nicht-private Mobilität verbessert:
"Wer bewusst oder aus finanziellen Gründen auf einen eigenen PKW verzichtet, benötigt dafür ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem - gut erreichbare Buslinien mit dichtem Takt auch in den Abendstunden, Leih-Fahrradstationen oder Car-Sharing-Fahrzeuge. Von diesen profitieren dann nicht nur die neuen QuartiersbewohnerInnen, sondern alle Menschen in Groß Borstel."
Auch Bewohnertickets in Kooperation mit den öffentlichen Nahverkehrsbetrieben sowie besonders gut ausgestattete und bequem zu nutzende Fahrradstellplätze sollen nach Ansicht der GRÜNEN möglich sein.
Werner-Boelz abschließend: "Durch das Konzept des autoarmen Wohnens könnten nicht nur wesentliche Forderungen aus dem Stadtteil hinsichtlich des Neubauvorhabens realisiert werden. Es würde auch sichergestellt, dass der Verkehr tatsächlich Richtung Groß Borstel fließt und dass die dortigen Einkaufsmöglichkeiten intensiver genutzt würden. Nicht zuletzt profitiert die Umwelt von einem Mobilitätskonzept, das ohne eigene Kraftfahrzeuge auskommt!"
Der Antrag wird in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (Großer Sitzungssaal, Robert-Koch-Str. 17) am Donnerstag, 8.11.12 ab 18 Uhr beraten werden.
Zum Hintergrund:
Im Stadtteil Groß Borstel sollen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes Lokstedt rund 750 Neubauwohnungen entstehen. Die Zuwegung für dieses Neubaugebiet für rund 2.000 Menschen wird für den motorisierten Individualverkehr ausschließlich über die Straße Kellerblek erfolgen. Die AnwohnerInnen befürchten eine starke Zunahme des Verkehrs.
Aus Sicht der Groß Borsteler soll sichergestellt werden, dass die künftigen BewohnerInnen des Neubaugebiets mit ihrer zusätzlichen Kaufkraft die Infrastruktur des Stadtteils sichern oder verbessern. Groß Borstel hatte in den vergangenen Jahren sinkende Bevölkerungszahlen und damit Verschlechterungen der Infrastruktur zu verzeichnen.
Pressemitteilung als pdf
Antrag: Schwerlastverkehr verhindern Borsteler Chaussee
Foto des Fraktionsvorsitzenden Michael Werner-Boelz (GRÜNE Nord)
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