Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschloss mit großer Mehrheit am Abend, den Senat aufzufordern, an der Langenhorner Chaussee auf die übergangsweise Einrichtung von gemeinsamen Geh- und Radwegen zu verzichten. Einen entsprechenden Antrag hatten SPD und GRÜNE gestellt.
In seinem Debattenbeitrag begründete Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der GRÜNEN Fraktion, warum der Bezirk die Pläne ablehnen solle: „Hauptziel jedes Umbauvorhabens an der Langenhorner Chaussee muss aus Sicht der Bezirkskoalition eine Verbesserung der Sicherheit für alle am Verkehr Teilnehmenden, also auch für Radfahrer und Fußgänger, sein. Ohne Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr kann das vom neuen Senat vorgegebene Ziel von 25% Radverkehrsanteil in Hamburg nicht erreicht werden.
Der Umgang des Senats mit dem Beschluss der Bezirksversammlung wird zum Testfall dafür, ob Rot-Grün auf Landesebene ein Umsteuern in der Verkehrspolitik ernst meint: Wenn man echte Radverkehrsförderung betreiben will, mit dem klaren Ziel, den Anteil des Radverkehrs am Modal Split auf 25 % zu erhöhen, dann kann man nicht eine Verkehrsplanung vorlegen, die noch vom Leitbild der autogerechten Stadt getragen ist. Die Pläne sollten schnellstmöglich zurückgezogen und so überarbeitet werden, dass alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer einen Nutzen von den Umbauten haben.“
Hintergrund
Die Langenhorner Chausse gehört auf Grund ihrer „unechten Zweispurigkeit“ zu den unfallträchtigsten Straßen Hamburgs. Die Verkehrssicherheit auf dieser Straße sowie der schlechte Zustand der Radwege sind schon lange Gegenstand öffentlicher Berichterstattung. Vor dem Verwaltungsgericht ist inzwischen eine Klage anhängig, die zum Ziel hat, die Benutzungspflicht der Radwege auf der Langenhorner Chaussee aufzuheben. Die rot-grüne Bezirkskoalition fordert in ihrem Koalitionsvertrag den Rückbau der Langenhorner Chaussee, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu verbessern und insbesondere auch eine angemessene Berücksichtigung der Belange von Rad- und Fußverkehr.
Bereits fertiggestellte Pläne des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sehen nun vor, in der Langenhorner Chausse zunächst nur die maroden Nebenflächen (Geh- und Radwege) zwischen Erdkampsweg und U-Bahn Ochsenzoll zu erneuern. Dabei soll aus den getrennten Geh- und Radwegen ein gemeinsam zu nutzender Weg werden. Dies lehnen neben dem Bezirk auch der Bezirks-Seniorenbeirat, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verband Fuß e.V. strikt ab.
SPD und GRÜNE im Bezirk fordern stattdessen, dass im nördlichen Bereich der Langenhorner Chausse vom Krohnstieg bis zur Landesgrenze die „unecht zweispurige“ Straße auf nur eine Spur je Fahrtrichtung mit beidseitig separaten Radfahrstreifen auf der Fahrbahn zurückgebaut wird. In den anderen Abschnitten soll geprüft werden, ob anstelle der vier „unechten“ Kfz-Spuren zukünftig drei „echte“ Kfz-Spuren eingerichtet werden können.
Beschlossener Rot-GRÜNER Antrag
Schlussverschickungsbericht des LSBG
Stellungnahme Seniorenbeirat
Foto des GRÜNEN Fraktionsvorsitzenden Michael Werner-Boelz an der Langenhorner Chaussee (Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord)
Foto: Unbenutzbarer Radweg an der Langenhorner Chaussee (GRÜNE Fraktion Nord)
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