Durch Modernisierungen und sich ändernde Ansprüche der Bewohnerschaft ist der einheitliche städtebauliche Charakter der Jarrestadt derzeit gefährdet. Dies betrifft neben der Bausubstanz insbesondere die Qualität der Freiräume im Quartier. Die privaten Gartenanlagen aber auch die öffentlichen Freiflächen unterliegen einem hohen Nutzungsdruck und sollten durch die Erstellung eines Denkmalpflegeplans gestalterisch gesichert werden. GRÜNE und SPD fordern daher die Aufnahme der Jarrestadt in die Städtebauförderung „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sowie den Erlass einer Sozi-alen Erhaltungsverordnung. Damit sollen Verdrängungsprozesse verhindert und die Jarrestadt als besonderes Quartier gesichert werden.
Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der GRÜNEN Bezirksfraktion Hamburg-Nord, erläutert: „Eine Aufnahme in das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) trägt dazu bei, gezielt Finanzhilfen für die Erneuerung und Entwicklung der Jarrestadt zu aktivieren. Die Städtebauförderung des Bundes und der Länder unterstützt die Eigentümerinnen bei behutsamer Modernisierung und den Bezirk bei der Gestaltung der öffentlichen Freiräume.“
Die Jarrestadt ist neben dem Dulsberg städtebaulich und architektonisch die bedeutendste norddeutsche Wohnsiedlung im Stil des Neuen Bauens aus den 1920er Jahren. Gesunde Wohnverhältnisse, eine moderne Ausstattung, Funktionalität, innovative Baustoffe und -techniken standen dabei im Mittelpunkt und sind wert, geschützt zu werden. In Quartieren wie der Jarrestadt, die durch Stadtteilentwicklungsmaßnahmen aufgewertet werden, sollte begleitend geprüft werden, ob über eine Soziale Erhaltungsverordnung eine nachhaltige Sicherung der Sanierungsziele unterstützt werden kann.
„Oberstes Ziel ist dabei, dass die Fördermaßnahmen nicht zu einer Verdrängung der ansässigen, dort verwurzelten Wohnbevölkerung führen. Daher beantragen SPD und GRÜNE in der nächsten Sitzung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, dass das Bezirksamt nach einer Aufnahme in das RISE-Programm des städtebaulichen Denkmalschutzes prüfen solle, ob die Bevölkerungszusammensetzung der Jarrestadt durch den Erlass einer Sozialen Erhaltungsverordnung in Verbindung mit einer Umwandlungsverordnung geschützt werden kann“, so Werner-Boelz.
Hintergrund
Ziel des Programmes „Städtebaulicher Denkmalschutz“ ist es, historische Stadtkerne und Stadtquartiere – über ihre Einzeldenkmäler hinaus – mit ihrem besonderen Charakter und in ihrer Gesamtheit zu erhalten sowie gleichzeitig zukunftweisend weiterzuentwickeln.
Die Soziale Erhaltungsverordnung kommt vor allem dort zum Einsatz, wo Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen und spekulative Verkäufe komplette Wohngebäude bedrohen. In Kombination mit der Umwandlungsverordnung ist sie die einzige gesetzliche Möglichkeit, spekulative Verkaufstätigkeiten einzuschränken.
Foto Innenhof in der Jarrestadt (Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord)
Foto Michael Werner-Boelz (Daniela Möllenhoff)
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