
15.10.20 –
Burmesterstraße und Dennerstraße in Barmbek sowie der Voßweg auf der Uhlenhorst sollen nicht nur nach bedeutenden Männern benannt sein. Auch ihre weiblichen Verwandten werden künftig durch die Straßennamen geehrt. Kleine Schilder erläutern dann, dass der Straßenname an beide Personen erinnern soll. Die Behörde für Kultur und Medien stimmte einem entsprechenden GRÜN-roten Antrag nun zu.
Simone Dornia, GRÜNE Sprecherin für Barmbek-Nord, ist zufrieden: „Ich freue mich sehr, dass unser Wunsch nach einer Mitbenennung der drei Straßen so positiv aufgenommen wurde! Die Initiative dazu kam von der Vorsitzenden des Vereins ‚Garten der Frauen‘. Sie machte uns auf diese Möglichkeit aufmerksam.
Noch immer hat nur ein Bruchteil der nach Personen benannten Straßen eine weibliche Namensgeberin. Die drei Beispiele aus Barmbek und von der Uhlenhorst zeigen aber deutlich, dass Schwester, Ehefrau bzw. Tochter der bisherigen Namensgeber ebenso großes für die Gesellschaft geleistet haben. Die Mitbenennung der Straßen nach diesen bedeutenden Frauen ist eine gute Möglichkeit, auch an sie zu erinnern!“
Burmesterstraße (Barmbek)
Johanna Burmester war die ältere Schwester des Geigenkünstlers Prof. Willy Burmester und trat ab 1876 mehrfach und fast ausschließlich zusammen mit ihrem Bruder in Hamburg und Umgebung auf. Neben ihren Kontakten zu von Bülow und Liszt ist durch die Tagebücher des Komponisten Peter Tschaikowskys belegt, dass Johanna Burmester auch mit ihm bekannt war.
Dennerstraße (Barmbek)
Catharina Denner, die Tochter des Malers Balthasar Denner, reiste bist zu seinem Tode mit zu seinen vielen Auftraggeber*innen. Sie wurde eine begabte Pianistin und Sängerin. Sie wurde von ihrem Vater unterrichtet und wurde auch eine beachtenswerte Miniaturmalerin. Balthasar Denner beschränkte sich mit zunehmendem Alter auf die Ausführung von Köpfen, sodass Catharina Denner die Vollendung seiner Werke übernahm
Voßweg (Uhlenhorst)
Marie Christine Ernestine Voß geb. Boie war die Ehefrau des Dichters, Altertumsforschers und Übersetzers Johann Heinrich Voß. Neben der Erziehung der fünf gemeinsamen Kinder führte Ernestine zum Teil die Korrespondenz mit Gleim, Jean Paul und Overbeck. Sie selbst verfasste Gedichte, welche erst nach ihrem Tode veröffentlicht wurden. Neben einer reichen Korrespondenz hat sie eine Reihe von biografischen, pädagogischen und literarischen Texten hinterlassen. Sie dienen bis heute als eine reiche kulturgeschichtliche Quelle zum literarischen Leben am Ende des 18. Jahrhunderts.
Antwort auf den Beschluss der Bezirksversammlung: gruenlink.de/1uey
Foto: Simone Dornia an der Dennerstraße mit einem Gemälde von Catharina Denner, das ihr Vater Balthasar malte. Allein nach ihm ist die Straße bisher benannt (Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord)
Fotos sind kostenfrei verwendbar bei Nennung der Urheberin und im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die GRÜNEN.
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