BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Hamburg‑Nord

Wat mutt, dat mutt: GRÜNE fordern, Toiletten an Hamburger Schnellbahnhöfen einzuplanen

16.01.26 –

Fehlende Toiletten an U- und S-Bahnhöfen werden für viele Hamburger*innen zu einem echten Mobilitätsproblem. In Hamburg-Nord gibt es in weit weniger als der Hälfte der Bahnhöfe eine öffentliche Toilette. Auf Antrag der GRÜNEN hat die Bezirksversammlung nun einstimmig beschlossen, dass bei Neubauten und größeren Umbauten an Haltestellen sanitäre Anlagen von vornherein geprüft und eingeplant werden.

Christoph Reiffert, GRÜNER Bezirksabgeordneter: „Hier geht es um ein Grundbedürfnis aller Menschen! Wir hören immer wieder, dass gerade Ältere aus Sorge, unterwegs keine Toilette zu finden, Wege vermeiden, ganz auf Fahrten mit der Bahn verzichten – oder zu wenig trinken. Einen stillen Verzicht auf Mobilität oder gesundheitliche Probleme durch zu wenig Trinken sind folgen fehlender Toiletten. Das dürfen wir uns in einer alternden Gesellschaft nicht leisten.

In der Vergangenheit war die Einrichtung von Toiletten bei Umbauten schon daran gescheitert, dass die Idee zu spät im Planungsprozess aufkam. Das soll sich nicht wiederholen! Der Beschluss der Bezirksversammlung sorgt dafür, dass gute Gelegenheiten genutzt werden können, um komfortable und notwendige WCs einzurichten.“

Die Hamburger U- und S-Bahnhöfe zählen zu den belebtesten Orten der Stadt – allein an der Haltestelle Kellinghusenstraße halten sich täglich mehr als 60.000 Menschen auf. Dennoch fehlen an vielen Stationen öffentliche Toiletten. 

Besonders Senior*innen oder Schwangere sind betroffen. Aus Sorge, unterwegs kein WC zu finden, schränken viele ihre Mobilität ein oder verzichten ganz auf Fahrten. Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass fehlende Toiletten im öffentlichen Raum dazu führen, dass Menschen Wege meiden und an Selbstständigkeit verlieren – ein Problem, das sich in einer alternden Stadt weiter verschärft.
Der Antrag wurde in der Sitzung der Bezirksversammlung am 15.1.26 bei Enthaltung der AfD-Fraktion einstimmig beschlossen. 

Hintergrund:
Wie wichtig frühes Mitdenken ist, zeigt das Beispiel U-Habichtstraße: Beim Bau eines zweiten Zugangs zum Bahnhof konnte eine öffentliche Toilette nicht mehr berücksichtigt werden, weil der Wunsch zu spät in den Planungsprozess eingebracht wurde. Spätere Lösungen scheitern häufig an Kosten, Denkmalschutz oder fehlenden Flächen.


Anlage

Fotos sind kostenfrei verwendbar bei Nennung der Urheberin und im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die GRÜNEN.
 

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