BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

GRÜNE Hamburg‑Nord

GAL Antrag: 25 Jahre Christopher-Street-Day in Hamburg

  An Bezirksversammlung

Antrag
25 Jahre Christopher-Street-Day in Hamburg Vorbemerkung: Am 12. Juni 2005 findet zum fünfundzwanzigsten Mal der Christopher-Street-Day (CSD) mit Veranstaltungen, Festen und einer politischen Parade in Hamburg statt. Der Christopher Street Day erinnert heute an die Geschehnisse in der New Yorker Szene-Bar "Stonewall Inn" im Greenwich Village. Dort, in der Christopher Street, gehörten gewalttätige Razzien der Polizei Ende der 60er Jahre zum Alltag der Schwulenszene. Am 27. Juni 1969 wehrten sich Schwule, Lesben und Transgender erstmals gegen die Willkür und Gewalt der Behörden: Was als Polizeieinsatz begann, mündete in einer mehrtägigen Straßenschlacht zwischen den Ordnungskräften und den Besuchern des "Stonewall Inn", zu denen in der Folge immer mehr Sympathisanten stießen, die sich der Polizeirepression nicht mehr aussetzen wollten. Die Tradition, an den New Yorker Aufstand durch Demonstrationen und Paraden zu erinnern, entwickelte sich einige Jahre später. Zum 11. Jahrestag des New Yorker Stonewall-Aufstands organisierte der Hamburger Lesben- und Schwulenverbund (HLSV) vom 23. bis 28. Juni 1980 die erste "Gay Pride Week" in Hamburg. Trotz vieler Fortschritte bestehen weiterhin Ressentiments und Benachteiligungen fort. Die Bezirksversammlung schließt sich den politischen Forderungen des diesjährigen Christopher-Street-Days an: Die Bezirksversammlung möge beschließen: 1. Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe! Die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe entspricht der Verfassung. Wir fordern deswegen die Gleichstellung mit der Ehe im Bundes- wie im Landesrecht sowie ein Adoptionsrecht für Lesben und Schwule. 2. AIDS Prävention verbessern! Der Hamburger Senat hat die Aids-Mittel dramatisch gekürzt. Wer bei der Prävention spart, spielt mit der Gesundheit der BürgerInnen. Wir fordern den Senat auf, ausreichende Mittel für die AIDS-Aufklärung, insbesondere für die Jugendprävention, bereitzustellen. Die geplanten oder bereits durchgeführten Kürzungen müssen zurückgenommen werden! 3. Aufklärung in Schulen verbessern ! "Schwule Sau" gehört immer noch zu den häufigsten Schimpfwörtern auch auf Hamburgs Schulhöfen. Für lesbische und schwule Jugendliche im Coming Out muss das bestehende Beratungsangebot ausgebaut werden. 4. Verfolgung aufarbeiten! Die Verfolgung von Homosexuellen gehört auch in Hamburg zu den traurigen Kapiteln der Stadtgeschichte. Bis heute wird diese Geschichte weitgehend verdrängt. Wir fordern ein würdiges Erinnern an die homosexuellen Opfer der Nazi-Diktatur. Die Bezirksversammlung möge weiter beschließen: Zum Hamburger Christopher-Street-Day am 11. Juni 2005 hisst das Bezirksamt Hamburg-Nord die Regenbogenfahne. Holger Koslowski
Dr. Eva Gümbel

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